Freitag, 10. Oktober 2014

Die ersten Schritte

Brücke über dem River Cam
Meine Ankunft in Cambridge liegt nun schon drei Wochen zurück. Wenn ich diese Wochen noch einmal in meinem Kopf durchgehe, hätten es auch locker schon drei Monate sein können. Die vielen Eindrücke und Erlebnisse, die neuen Gesichter, die neue Umgebung, ein neuer Alltag. Alles ist irgendwie noch recht ungeordnet in meinem Kopf und ein Gefühl von Angekommen-sein hat sich noch nicht bei mir eingestellt.

Boote für das Punting
Die ersten Tage waren Reizüberflutung pur. Es gab Einführungsveranstaltungen von der Uni sowie allgemeine Veranstaltungen für internationale Studierende, Kennenlernrunden und diverse Aktivitäten um die Stadt zu erkunden. Während dieser Tage habe ich so unglaublich viele neue Menschen kennengelernt, dass ich mich inzwischen schon gar nicht mehr an alle Gesichter erinnern kann. Doch man fühlte sich nicht alleine und war in dieser Gemeinschaft der Neulinge aufgehoben. Natürlich hat man zusammen die Freshers' Fair besucht und an diversen social events teilgenommen. Mein Highlight der ersten Woche war sicherlich das Punting auf dem Fluss Cam, der sich vorbei an den uralten Colleges der Cambridge Univeristy durch die Stadt windet. Beim Punten stößt man sich mit einem langen Stab vom Boden des Flusses ab und bewegt so das Boot oder den Kahn vorwärts. Wer schon einmal im Spreewald war, weiß wovon ich spreche.

King's College
In meiner zweiten Woche hier fingen dann auch die regulären Veranstaltungen an. Ich hatte meinen ersten Kurs in Content and Creativity sowie in Law, Rights and Digital Issues, wobei ich zugeben muss, dass letzterer nicht ganz so spannend ist. Aber vielleicht ändert sich das ja noch. Die Themen klingen bisher alle sehr spannend und ich kann es sogar fast nicht abwarten, mit der Arbeit an meinem ersten Projekt zu beginnen.

Neben den regulären Veranstaltungen fand auch der erste Besuch der Cambridge University Press statt. Mein Kurs war zu einer Präsentation von neuen Ideen zu digitalen Produkten eingeladen. Ich muss zugeben, als Publishing Student war es schon ein komisches Gefühl an einem so bedeutenden Ort der Verlagsindustrie zu sein. Und welcher Student hatte nicht schon einmal ein Buch dieses Verlages in den Händen. Es ist einfach ein besonderer Ort und ich denke, wir alle fühlten uns in gewisser Weise geehrt, dort sein zu dürfen.

Cambridge University Press
Inzwischen versuche ich mir hier einen Alltag einzurichten. Da meine Kurse nur abends stattfinden und auch nur zwei Mal in der Woche, habe ich eigentlich recht viel Zeit, um mich der Vor- und Nachbereitung zu widmen. Aber das erfordert natürlich auch einiges an Selbstbeherrschung. Wer möchte nicht noch ein Stündchen länger im Bett verbringen, wenn er eigentlich ja nicht so dringend aufstehen muss. So ganz habe ich mich auch noch nicht an den Gedanken gewöhnt, dass dies hier nun mein Leben bzw. dieser Kurs die letzte Stufe vor der Berufswelt ist. Das wird aber sicherlich noch kommen mit der Zeit.

Und zum Schluss:
Im Rahmen dieses Studiums habe ich ein kleines Projekt gestartet. Ich habe einen separaten Blog erstellt rund um das Thema Verlagswelt, der in den nächsten Tagen online gehen wird. Wer Interesse daran hat, kann dann gerne mal hier vorbeischauen und/ oder mir auf Twitter unter @BookTreats folgen.

Dienstag, 16. September 2014

Ein Abenteuer beginnt...

In schon ein paar Stunden werde ich am Flughafen sitzen, mich gerade von Familie und Freunden verabschiedet haben und auf meinen Flug ins Ungewisse warten. Ein bisschen zieht sich dabei mein Magen zusammen und gerne würde ich die Abreise noch einen Tag hinauszögern. Dieses Ungewisse das ist ein Jahr Master in Großbritannien, ein fremdes Land, ein neues Zuhause, neue Menschen, eine neue Umgebung, das große Unbekannte.

Nun gut, ich muss zugeben, so ganz neu ist es alles nicht. Denn schließlich geht das Abenteuer UK für mich mit dem Master schon in die zweite Runde. Bereits im Jahr 2012/13 habe ich nämlich mit dem Erasmus-Programm zwei Semester in Schottland verbracht. Jedes Mal wenn ich mir jetzt in Gedanken meinen bevorstehenden Alltag vorstelle, sehe ich mein schottisches Wohnheimzimmer vor mir, den Weg zur Innenstadt entlang des Strandes, die kleinen mittelalterlichen Sträßchen und die gemütlichen Cafés sowie die dortigen Kommilitonen. Dann muss ich mich immer wieder wach rütteln und daran erinnern, dass es ja nicht zurück nach Schottland geht, sondern nach Cambridge. 

Bereits im Winter, als ich mich dazu entschlossen hatte, meinen Master in der UK zu absolvieren, habe ich diesem kleinen Städtchen einen Besuch abgestattet und mich sofort in es verliebt. Als dann einige Wochen später die Zusage der Uni kam, war ich selbstverständlich aus dem Häuschen und konnte gar nicht fassen, dass es tatsächlich nach Cambridge gehen sollte. Sofort stürzte ich mich in Anmeldung für die Uni, das Wohnheim und sonstige Formalitäten, bestellte Bücher und wäre am liebsten sofort losgeflogen.

Vor einigen Wochen jedoch fing der Zweifel an mir zu nagen an. Bin ich der Herausforderung in einem fremden Land auf einer fremden Sprache zu studieren überhaupt gewachsen? Will ich überhaupt in einem Wohnheim mit sechs anderen Studenten auf engstem Raum zusammenleben? Werde ich mich dort zurecht finden? Werde ich Freunde finden? Und eine Frage, die sich immer wieder in meinem Kopf verirrte, ist die nach dem Sinn des Ganzen.

Der bequemere und einfachere Weg wäre natürlich ein Masterstudium in Deutschland gewesen, in einer bekannten Stadt mit bekannten Menschen. Allerdings wird der Master nicht in dieser Form hier angeboten. Auch mein Lieblingsmann hält sich noch in Großbritannien auf und nach vielen Jahren Fernbeziehung ist eine örtliche Annäherung mehr als überfällig. Außerdem muss man sich wohl auch einmal neuen Herausforderungen stellen, sich ins Unbekannte stürzen. 

In diesem Sinne geht es für mich morgen auf zu neuen Ufern mit einem weinenden Auge, für das, was ich hier zurücklasse und mit einem lachenden Auge, für die Abenteuer, die nun auf mich zukommen.
 

Samstag, 12. Juli 2014

Verweile doch, du bist so schön!

 

Ich möchte im hier und jetzt leben, den Moment genießen, nicht an Morgen denken und nur ein klitzekleines bisschen in Erinnerungen schwelgen.

 

Ich möchte den Augenblick einfangen, diese besondere Stimmung für immer im Gedächtnis bewahren, diesen Teil von dir mit mir nehmen.

 

Ich möchte von deinem Duft erfüllt werden, von deiner Musik durchdrungen werden, möchte deinen Herzschlag spüren.

 

Ich möchte hier stehen bleiben, die Zeit anhalten, für nur eine Weile die Zukunft vergessen und einfach nur sein...