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Dienstag, 18. November 2014

Ein bisschen London

Endlich finde ich mal wieder Zeit und genug kreative Inspiration um mehr über meine Zeit hier in der UK zu berichten. Gerade liegen zwei Wochen Praktikum in London hinter mir, die im Besuch der FutureBook Conference gipfelten. Das ist angeblich die größte Konferenz der europäischen Verlagslandschaft, zumindest wird damit geworben. Doch zunächst erst einmal zu meinem Praktikum und dem Drumherum.

Paddington Bear am Borough Market
Ich bekam also die Möglichkeit ein Praktikum beim Bookseller zumachen. The Bookseller, das ist ein britisches Magazin über die Verlagsbranche und vergleichbar zu dem deutschen Börsenblatt. Das zweiwöchige Praktikum habe ich in der Marketingabteilung des Magazins verbracht und das Team gezielt bei den Vorbereitungen zur FutureBook Conference unterstützt.

Erstaunt war ich darüber, dass die gesamte Belegschaft des Magazins nur aus ca. 30 Mitarbeitern besteht. Wie ich ja gelernt habe, ist es einem so kleinen Team möglich neben der Herausgabe eines wöchentlichen Magazins auch noch Konferenzen und diverse andere Veranstaltungen zu organisieren. Überrascht hat es mich dennoch. Man stellt sich sowas doch immer größer vor.

Gleis 9 3/4 am King's Cross
Da das Büro des Booksellers recht zentral in London gelegen ist, direkt an der London Bridge, hatte ich während meiner Mittagspausen die Gelegenheit die Umgebung etwas zu erkunden. So habe ich Spaziergänge zur Millenium Bridge, zum Globe Theatre und zum Borough Market unternommen. Der Borough Market war mein persönliches Highlight. Dieser ist einer der ältesten Märkte Londons und bietet eine umfangreiche Auswahl an Obst, Gemüse, Käse, Fleisch- und Wurstwaren sowie Gebäck an. Daneben findet man aber auch kleine Köstlichkeiten aus aller Welt. Besonders enthusiastisch war ich über den Fund deutschen Brotes. Da musste ich mich erst einmal eindecken.

Globe Theatre
Beendet habe ich mein Praktikum dann mit dem Besuch der FutureBook Conference letzten Freitag, bei der ich einen Blick hinter die Kulissen eines solchen Events werfen konnte. Auch wenn ich durch meine Mithilfe bei der Durchführung natürlich nicht zu jedem Vortrag einfach gehen konnte, hatte ich trotzdem die Gelegenheit einige der großartigen Redner zu hören. Außerdem durfte ich die beiden tollen Buchvlogger Sanne Vliegenthart und Rosianna Halse Rojas kennenlernen, deren Videos ich nur wärmstens empfehlen kann.
Eindruck von der Konferenz


Leider ist die tolle Zeit in London schon wieder vorbei und ich muss mich nun umso intensiver wieder meinem Studium widmen. Was natürlich auch nicht das Schlimmste ist. 




Wer noch ein bisschen mehr über meinen Besuch der Konferenz lesen möchte, kann gerne hier vorbeischauen.

Freitag, 10. Oktober 2014

Die ersten Schritte

Brücke über dem River Cam
Meine Ankunft in Cambridge liegt nun schon drei Wochen zurück. Wenn ich diese Wochen noch einmal in meinem Kopf durchgehe, hätten es auch locker schon drei Monate sein können. Die vielen Eindrücke und Erlebnisse, die neuen Gesichter, die neue Umgebung, ein neuer Alltag. Alles ist irgendwie noch recht ungeordnet in meinem Kopf und ein Gefühl von Angekommen-sein hat sich noch nicht bei mir eingestellt.

Boote für das Punting
Die ersten Tage waren Reizüberflutung pur. Es gab Einführungsveranstaltungen von der Uni sowie allgemeine Veranstaltungen für internationale Studierende, Kennenlernrunden und diverse Aktivitäten um die Stadt zu erkunden. Während dieser Tage habe ich so unglaublich viele neue Menschen kennengelernt, dass ich mich inzwischen schon gar nicht mehr an alle Gesichter erinnern kann. Doch man fühlte sich nicht alleine und war in dieser Gemeinschaft der Neulinge aufgehoben. Natürlich hat man zusammen die Freshers' Fair besucht und an diversen social events teilgenommen. Mein Highlight der ersten Woche war sicherlich das Punting auf dem Fluss Cam, der sich vorbei an den uralten Colleges der Cambridge Univeristy durch die Stadt windet. Beim Punten stößt man sich mit einem langen Stab vom Boden des Flusses ab und bewegt so das Boot oder den Kahn vorwärts. Wer schon einmal im Spreewald war, weiß wovon ich spreche.

King's College
In meiner zweiten Woche hier fingen dann auch die regulären Veranstaltungen an. Ich hatte meinen ersten Kurs in Content and Creativity sowie in Law, Rights and Digital Issues, wobei ich zugeben muss, dass letzterer nicht ganz so spannend ist. Aber vielleicht ändert sich das ja noch. Die Themen klingen bisher alle sehr spannend und ich kann es sogar fast nicht abwarten, mit der Arbeit an meinem ersten Projekt zu beginnen.

Neben den regulären Veranstaltungen fand auch der erste Besuch der Cambridge University Press statt. Mein Kurs war zu einer Präsentation von neuen Ideen zu digitalen Produkten eingeladen. Ich muss zugeben, als Publishing Student war es schon ein komisches Gefühl an einem so bedeutenden Ort der Verlagsindustrie zu sein. Und welcher Student hatte nicht schon einmal ein Buch dieses Verlages in den Händen. Es ist einfach ein besonderer Ort und ich denke, wir alle fühlten uns in gewisser Weise geehrt, dort sein zu dürfen.

Cambridge University Press
Inzwischen versuche ich mir hier einen Alltag einzurichten. Da meine Kurse nur abends stattfinden und auch nur zwei Mal in der Woche, habe ich eigentlich recht viel Zeit, um mich der Vor- und Nachbereitung zu widmen. Aber das erfordert natürlich auch einiges an Selbstbeherrschung. Wer möchte nicht noch ein Stündchen länger im Bett verbringen, wenn er eigentlich ja nicht so dringend aufstehen muss. So ganz habe ich mich auch noch nicht an den Gedanken gewöhnt, dass dies hier nun mein Leben bzw. dieser Kurs die letzte Stufe vor der Berufswelt ist. Das wird aber sicherlich noch kommen mit der Zeit.

Und zum Schluss:
Im Rahmen dieses Studiums habe ich ein kleines Projekt gestartet. Ich habe einen separaten Blog erstellt rund um das Thema Verlagswelt, der in den nächsten Tagen online gehen wird. Wer Interesse daran hat, kann dann gerne mal hier vorbeischauen und/ oder mir auf Twitter unter @BookTreats folgen.

Dienstag, 16. September 2014

Ein Abenteuer beginnt...

In schon ein paar Stunden werde ich am Flughafen sitzen, mich gerade von Familie und Freunden verabschiedet haben und auf meinen Flug ins Ungewisse warten. Ein bisschen zieht sich dabei mein Magen zusammen und gerne würde ich die Abreise noch einen Tag hinauszögern. Dieses Ungewisse das ist ein Jahr Master in Großbritannien, ein fremdes Land, ein neues Zuhause, neue Menschen, eine neue Umgebung, das große Unbekannte.

Nun gut, ich muss zugeben, so ganz neu ist es alles nicht. Denn schließlich geht das Abenteuer UK für mich mit dem Master schon in die zweite Runde. Bereits im Jahr 2012/13 habe ich nämlich mit dem Erasmus-Programm zwei Semester in Schottland verbracht. Jedes Mal wenn ich mir jetzt in Gedanken meinen bevorstehenden Alltag vorstelle, sehe ich mein schottisches Wohnheimzimmer vor mir, den Weg zur Innenstadt entlang des Strandes, die kleinen mittelalterlichen Sträßchen und die gemütlichen Cafés sowie die dortigen Kommilitonen. Dann muss ich mich immer wieder wach rütteln und daran erinnern, dass es ja nicht zurück nach Schottland geht, sondern nach Cambridge. 

Bereits im Winter, als ich mich dazu entschlossen hatte, meinen Master in der UK zu absolvieren, habe ich diesem kleinen Städtchen einen Besuch abgestattet und mich sofort in es verliebt. Als dann einige Wochen später die Zusage der Uni kam, war ich selbstverständlich aus dem Häuschen und konnte gar nicht fassen, dass es tatsächlich nach Cambridge gehen sollte. Sofort stürzte ich mich in Anmeldung für die Uni, das Wohnheim und sonstige Formalitäten, bestellte Bücher und wäre am liebsten sofort losgeflogen.

Vor einigen Wochen jedoch fing der Zweifel an mir zu nagen an. Bin ich der Herausforderung in einem fremden Land auf einer fremden Sprache zu studieren überhaupt gewachsen? Will ich überhaupt in einem Wohnheim mit sechs anderen Studenten auf engstem Raum zusammenleben? Werde ich mich dort zurecht finden? Werde ich Freunde finden? Und eine Frage, die sich immer wieder in meinem Kopf verirrte, ist die nach dem Sinn des Ganzen.

Der bequemere und einfachere Weg wäre natürlich ein Masterstudium in Deutschland gewesen, in einer bekannten Stadt mit bekannten Menschen. Allerdings wird der Master nicht in dieser Form hier angeboten. Auch mein Lieblingsmann hält sich noch in Großbritannien auf und nach vielen Jahren Fernbeziehung ist eine örtliche Annäherung mehr als überfällig. Außerdem muss man sich wohl auch einmal neuen Herausforderungen stellen, sich ins Unbekannte stürzen. 

In diesem Sinne geht es für mich morgen auf zu neuen Ufern mit einem weinenden Auge, für das, was ich hier zurücklasse und mit einem lachenden Auge, für die Abenteuer, die nun auf mich zukommen.